“Beziehungsaus”- Warum man oft ZU lange wartet

Hallo meine Lieben,

heute melde ich mich mit einem Thema zurück, welches mich selbst betroffen hat und ich MUSS meine Erkenntnisse und Erfahrungen einfach mit euch teilen<3

Wie ihr dem Titel schon entnehmen könnt, geht es um das Thema Beziehungen…genauer um das lange Verweilen in einer Beziehung, welche bei genauen Hinsehen längst im Kopf und Herz beendet ist oder die Zweifel einfach erdrückend sind und überwiegen. Doch oft ist gerade diese Erkenntnis ein langer Prozess und vielen Menschen (ja zu denen zähle ich mich auch) neigen dazu, bis zu Jahre für eine endgültige Entscheidung zu brauchen. Oftmals “versucht” man es doch noch mal miteinander und hängt in Endlos-Gedankenschleifen fest.

Doch warum ist dies überhaupt so!?

Hierfür stelle ich unterschiedliche Thesen auf und möchte euch anregen, euch vielleicht selbst, eure bestehende Beziehung zu hinterfragen oder eure vergangene Beziehung noch mal Revue passieren zu lassen. Vielleicht kann ich auch einem von euch helfen, doch eine Entscheidung zu treffen oder sich gedanklich neu zu sortieren.

Kommen wir erstmal zu meiner Geschichte. Wie die meisten von euch wissen, war ich knapp 8 Jahre lang in einer festen Beziehung. Ich war zufrieden, haaalt Stop hier kommt schon der erste Einwand….zufrieden!? Klingt nicht sehr euphorisch. Sicher es gab glückliche Zeiten, aber wenn ich ehrlich zu mir selbst gewesen wäre, hätte ich schneller für mich festgestellt, dass man sich einfach auseinandergelebt hatte, viel Gewohnheit mit im Spiel war, das Bemühen um die Beziehung von beiden Seiten nachgelassen hatte und das Feuer einfach mehr als fehlte. Zufrieden zu sein mir nicht mehr reichte, ich wollte das pure Glück, einen Menschen, mit dem ich nicht nur Hobbies und moralische Einstellungen, sondern auch den Charakter teilen würde. Meinen Seelenverwandten eben finden, hört sich so einfach an:-) ist es aber nicht und oft braucht es Zeit und einige andere Beziehungen, die einem eben zeigen, was man eben NICHT sucht und für sich braucht und haben will….

Zweifel schob ich immer wieder beiseite und redete mir ein “Er ist doch toll, sei doch zufrieden mit dem was du hast”…bitte versteht mich nicht falsch, mein Ex- Freund ist ein toller Mensch und ich schätze ihn sehr wert, aber es hat eben nicht gepasst und wäre DAS für immer gewesen. Oft spürte ich diese Gedanken und wollte es nur nicht wahrhaben…wo wir bei meinen Thesen wären, welche einen daran hindern, den Schlussstrich zu ziehen und lieber in einer Beziehung zu verweilen, als den Schritt nach vorne alleine zu wagen….

Es ist nur noch Gewohnheit

Man kennt sich, weiß, was man an dem Anderen hat, fühlt sich wohl und hat vieles zusammen durchlebt…okay mag sein, aber frage dich mal tief in deinem Herzen, seid ihr noch ein Liebespaar oder schon zu guten Freunden mutiert!? Denn all diese Punkte verbinde ich auch mit einer sehr guten Freundschaft. Alleine Gewohnheit sollte NIE, wirklich NIE, der einzige Grund sein, eine Beziehung aufrecht zu erhalten. Klar gewöhnt man sich schnell und eine Beziehung ist nicht schlecht, nur weil man sich aneinander gewöhnt hat…aber es zählen eben auch viele andere Faktoren dazu, die eine Beziehung zu etwas besonderem und unvergesslichem machen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, im bekannten Terrain fühlen wir uns sicher und neigen dazu Veränderungen abzublocken und lieber einen Dauerhaften Ist-Zustand herbeizuführen, der einen auf lange Sicht nicht glücklich werden lassen kann.

Angst vor dem Alleine sein

Alleine sein wollen die wenigstens Menschen und der Mensch ist eigentlich für Beziehungen jeglicher Art geschaffen worden. Würde man eine Umfrage machen und herausfinden wollen, was einen Menschen wirklich glücklich macht, wären eine glückliche Beziehung, Liebe und Zuneigung sehr weit oben auf der Hitliste. Angst vor dem Alleine sein, hatte ich komischerweise nie und ich muss zugeben, gerne mal alleine zu sein und den Fokus dann auf sich lenken zu können. Ich bin auch der Meinung, dass der einzige Lebensinhalt nicht sein sollte, krampfhaft nach einem Partner zu suchen…denn, wenn man sich alleine nicht aushalten kann und mit sich selbst im reinen ist, kann man auch schwer bedingungslose Liebe in eine Beziehung zu einem anderen Menschen investieren. Man sollte nie in einer Beziehung ausharren, weil man nicht alleine sein will oder von einer Beziehung in die Andere “hüpfen”. Haltet euch vor Augen, dass ihr nicht alleine seid und ein Partner nicht das komplette soziale Leben ausfüllt. Familie und Freunde können ebenfalls wichtige Bezugspersonen sein und eurer Leben bereichern.

“Ich werde niemanden mehr finden…”

Wow, ich gebe zu, diesen Spruch schon sehr oft von Freundinnen oder auch von Klienten gehört zu haben…es ist absolut nachzuvollziehen, dass man nach einer Liebespleite vielleicht weniger optimistisch in Sachen Liebesdingen durchs Leben schreitet, dennoch kann man auch im Rentenalter noch DEN Partner fürs Leben finden. Ein ZU spät gibt es in der Liebe nicht und eine so negative Einstellung, verleitet einen dazu, sich eben nicht noch mal neu zu orientieren und lieber bei altgewohntem zu bleiben. Ich glaube fest daran, dass es für jeden Menschen potenzielle kompatible Partner gibt und man sich da einfach lockerer machen sollte. Setz dir bloß kein Zeitfenster, wer krampfhaft sucht, strahlt dieses auch aus und das wirkt nicht sehr anziehend. Außerdem gibt man sich dann lieber mit dem Mittelmäßigem zufrieden, anstatt noch mal etwas zu riskieren.

Man sein Gegenüber nicht verletzen will

Geht in euch, denke dieser Grund kommt wirklich fast jedem bekannt vor. Einen anderen Menschen zu verletzen ist nie schön und anschließend plagt einen das mehr als schlechte Gewissen. Aber vor allem in der Liebe muss man auch mal egoistisch sein. Bitte nicht mit Fairness verwechseln…damit ist viel mehr gemeint, auf seine Bedürfnisse zu achten und für sich den Weg des Glückes zu finden. In einer Beziehung aus Mitleid zu bleiben, damit ist niemandem geholfen und DU bist dann mehr als unfair. Eigentlich willst du nur das Gute, hinderst den Anderen aber daran vielleicht mit einem anderen Partner glücklich zu werden, wo du dich gedanklich längst verabschiedet hast und ggf. sogar schon neu umschaust. Du willst doch selbst auch nicht, dass dein Partner nur aus Mitleid mit dir zusammen ist. Hart gesagt Du und Er/Sie werdet darüber hinweg kommen und wie sagt man doch so schön, besser ein Schrecken mit Ende, als ein Schrecken ohne Ende;-).

Emotionale Abhängigkeit

Selbst schon mal erlebt und absolut kein schönes Gefühl. Jemanden auf eine Art emotional “ausgeliefert” zu sein und regelrecht verzweifelt zu sein, wenn der Gedanke kommt, man ist vielleicht nicht mehr zusammen. Man sich ein Leben ohne den anderen nicht mehr vorstellen kann…und hier ist ernsthaft mit gemeint, ohne den anderen nicht mehr Leben zu wollen, nicht den Partner dann stark zu vermissen. Man gibt sich selbst auf und sieht nur noch die Symbiose, das Ganze eben die Beziehung. Ein häufiges Phänomen bei angstlich vermeidenden Charakteren oder psychisch labilen Persönlichkeiten. Im schlimmsten Falle hilft hier oft nur eine Therapie oder eben ganz viel Zeit und viele Reflexionsgespräche mit dir nahe stehenden Personen. Einige Menschen neigen dazu sich eben nicht zu 100% an eine Person zu binden, sondern zu 1000% und somit die Eigenständigkeit als Person zu verlieren.

Pragmatismus

Ja, aber wir haben doch eine gemeinsame Wohnung/Haus, vielleicht sogar Eigentum zusammen, unsere Versicherungen/Kredite laufen gemeinsam, es gibt eine gemeinsame Firma, wir haben doch Kinder oder Tiere zusammen…ihr glaubt gar nicht, wie viele Paare aus rein pragmatischen oder organisatorischen Gründen zusammen bleiben. Die Angst vor einem Berg an neuen Regelungen und Organisation zu stehen, schreckt Menschen oft davon ab, Veränderungen einzugehen. Wobei ich finde, dass einem Kind gemeinsame Eltern auch nichts bringen, wenn beide Elternteile nicht mehr glücklich sind. Ich als Sozialpädagogin weiß, wie viele Kinder unter den dauerhaft streitenden Eltern leiden und sich sogar wünschen, dass dies endlich ein Ende hat. Ich denke man kann für fast alles eine Lösung finden, auch wenn diese vielleicht nicht immer die Optimal-Lösung darstellt. Ich habe jetzt eine Wohnungsauflösung hinter mir, klar, es war sehr viel Arbeit, die Situationen nicht immer angenehm, aber wir haben uns da als erwachsende Menschen zusammengesetzt und sind uns auf Augenhöhe begegnet.

Der Irrglaube, es wird sich schon bald alles ändern

Hey Honey wake up…klar es gibt immer Beziehungen, wo sich mit Arbeit vieles ändern lässt…aber oft verfällt man doch schnell wieder in alte Verhaltensmuster und kann nicht aus seiner Komfortzone ausbrechen. Man redet sich gerne Dinge schön und hofft auf das Happy End. Passt auf, euch nicht zu verrennen. Träumen ist erlaubt und kann auch mal hoffnungsvoll sein…aber Hand aufs Herz, willst du dich für jemanden grundlegend ändern!? Oder es von deinem Partner erwarten/verlangen!? Wir reden hier nicht vom hochgeklappten Klodeckel oder der offenen Zahnpasta-Tube;-), sondern von der Basis, dem Fundament der Beziehung. Lügt z.B. jemand notorisch, geht fremd oder Streits eskalieren regelmäßig, frage dich ernsthaft, ob es sich dies auf Dauer ändern kann…und das hat nichts mit Pessimismus zu tun, sondern eher mit Selbstschutz und Realismus.

Einem der Andere noch viel bedeutet

Sieh es doch mal so, wäre es nicht schade, wenn es nicht so wäre!? Man hat eine lange Zeit miteinander verbracht, viele Erlebnisse geteilt, sich Geheimnisse anvertraut, zum jetzigen Zeitpunkt kennt kaum einer einen so gut, wie der Partner. Sowas ist normal und zeigt ja nur, dass es eben auch gute Zeiten gab und man sich mit absoluten Respekt begegnet. Mein Ex Partner ist mir auch nicht egal und ich schätze ihn als Mensch, aber eben nicht mehr als Partner. All diese positiven Gefühle tragen dann ja auch wieder dazu bei, dass die Trennung nicht im Rosenkrieg endet und man sich auch danach noch auf der Straße begegnen kann.

Dem Stress aus dem Weg gehen

Und ja, bei diesem Punkt können sich besondern die männlichen Leser angesprochen fühlen;-). Eine Trennung bedeutet erstmal immer Stress, hinterher bestenfalls sogar Erleichterung. Aber sich vor einem Beziehungsende auf Grund von aufkommenden Stress zu drücken, halt ich für schwierig, denn eine Beziehung zu führen, wo man eben nicht mehr zu 100% glücklich ist, bedeutet auf Dauer noch mehr Stress. Alles laufen zu lassen und parallel neu zu suchen, ist auch mehr als unfair und manchmal sollte man einfach zu seinen Gefühlen und Ansichten stehen und den Stress in Kauf nehmen, denn dieser vergeht ja auch irgendwann wieder.

Wie ihr seht, sind mir doch einige Punkte eingefallen und mich interessiert natürlich brennend, welche Erfahrungen ihr gemacht habt oder bei welchen Punkten ihr mit oder eben nicht mitgehen könnt<3 bis dahin eure Tatjana

Tatjana

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