„10- Tipps“- Zum Thema bezahlte Instagram-Kooperationen

Hallo ihr Lieben,

ich werde sehr oft von euch gefragt, wie läuft eigentlich das „Geschäft“ mit bezahlten Instagram-Kooperationen ab und wie viel kann man für einen Instagrampost verlangen bzw. wie wird eigentlich überhaupt die Reichweite bestimmt. Muss man seine Beiträge als Werbung kennzeichnen und wie macht man so etwas überhaupt…auf all diese Fragen versuche ich heute einzugehen und hoffe euch ein paar wertvolle Tipps geben zu können bzw. euch Fakten aus meiner Erfahrungen nennen zu können. Viel Spaß und ich bin sehr gespannt auf euer Feedback und eure Erfahrungen zu diesem Thema. Eure Tatjana

  1. Grundsatz-Klärung, entscheide ich mich dafür, umsonst Werbung für Firmen zu machen oder eben nicht. Wir alle haben uns unsere Reichweiten oft über Jahre aufgebaut und stecken viel Herzblut und Arbeit in unsere Accounts…also sollte sich Fleiß auch auszahlen und entsprechend entlohnt werden. Printwerbung oder TV-Werbung z.B. kostet die Firmen viel mehr Geld und wir Blogger sind schon eine sehr kostengünstige Alternative. Also steht dazu, wenn ihr für eure Arbeit auch angemessen entlohnt werden wollt.
  2. „Kann ich Firmen nach einem zusätzlichen Honorar fragen, wenn diese mir keins von sich aus angeboten haben? Eindeutig „Ja“, denn die wenigsten Firmen bieten einem direkt eine Entlohnung an. Leider gibt es immer noch viel zu viele Blogger, die wirklich alles umsonst machen und warum soll man dann schlafende Hunde wecken;-). Außerdem macht ihr euch so auch glaubwürdiger und stellt klar, dass ihr eine professionelle Arbeit macht, die eben auch einen gewissen Wert hat.
  3. „Muss ich Werbung auf meinem Kanal kennzeichnen?“ Eindeutig „Ja“, denn dies ist in meinen Augen nicht nur eine moralische Frage, sondern auch eine rechtliche. Wer keinen Stress wegen sogenannter „Schleichwerbung“ bekommen möchte, sollte seine Werbung immer kennzeichnen. Ich finde es erschreckend, dass vor allem so viele große Blogger dies nicht tun und ihren Followern vorgaukeln, sich ja alle Produkte selbst gekauft zu haben. Ich kennzeichne meine Beiträge, wo ich ein zusätzliches Honorar bekommen habe immer mit #sponsored oder #ad (sicherlich gibt es auch da noch korrektere Art und Weisen, aber so ist es mir zum heutigen Tage zumindest bekannt…falls da wer noch schlauer sein wollte, bitte gerne in die Kommentare schreiben). Außerdem ist es mir wichtig, dass meine Community genau weiß, welche Beiträge eben Werbung sind und welche nicht. Sicherlich stehe ich dennoch hinter dem was ich tue und würde mir einige Produkte oft sogar selbst kaufen, aber ich finde Offenheit bei diesem Thema immens wichtig.
  4. „Was zählt eigentlich alles in meine Reichweite?“ Hier zählen die Anzahl der Follower und auch die Likes und Kommentare mit hinein, die ihr im Schnitt für eure Fotos erhaltet. Natürlich sollten es auch sinnvolle Kommentare sein, 300 gekaufte „100%“ „Hot“ „Nice“ bringen euch gar nichts. Außerdem zählt seit neustem auch Instagram-Stories in eure Reichweite, denn dort erreicht man im Schnitt viel mehr Menschen, als wie man es auf Snapchat gewohnt ist. Interessant ist auch, dass eure Bilder von viel mehr Usern gesehen werden, als aktiv geliked und kommentiert wird. Ich habe z.B. das über zehnfache an Aktivität auf meinen Bildern und kann auch dies als Beleg den Kooperationspartnern vorweisen.
  5. „Wie viel Honorar kann ich für ein Instagramfoto verlangen?“ Dies ist natürlich individuell sehr unterschiedlich, da kann ich euch keine Pauschal-Beträge nennen. Aber „verkauft“ euch auf keinen Fall unter Wert und schaut auch, um welche Kooperationen es sich handelt. Geht es tatsächlich nur um ein Fotos oder doch um mehrere, soll zusätzlich ein Link oben in eurer Bio eingefügt oder ein Rabattcode genutzt werden. Gerade letztere Details heben den Preis natürlich noch mal an. Vorsicht vor prozentualen Gewinnbeteiligungen…für mich ist dies oft nur eine Masche, um sich vor den Kosten zu drücken und oft hat man davon rein gar nichts.
  6. „Ab wie viel Followern kann ich überhaupt ein Honorar verlangen?“ Dies ist eine schwierige Frage und hängt ganz von eurer Community ab. Sind diese kaufkräftig und passen zum angebotenen Produkt oder hast du eher eine sehr junge Userschaft, mit oft einem sehr geringen Taschengeld. Ich z.B. habe eine Haupt-Community von 18-34 Jahre (Tipp, ihr könnt dies in der neuen Instagram-Statistik einsehen), diese haben oft schon einen eigenen Job und kaufen gerne das ein oder andere Produkt nach. Generell ging es bei mir ab 10k Follower so richtig mit Kooperationen los und ich habe rückblickend viel zu spät Honorar verlangt. Es ist aber auch so, dass erst jetzt so langsam bei vielen Firmen ankommt, was für eine gute Werbung Blogger sein können.
  7. „Wie rechne ich meine bezahlte Kooperation dann eigentlich ab?“ In der Regel stellt man hier einfach eine Rechnung. Wichtig ist hier natürlich, dass du ein Kleingewerbe oder Gewerbe angemeldet hast. In meinen Rechnungen sind Sender und Empfänger-Daten, Leistungsdatum, Rechnungsdatum, Kunden und Rechnungsnummer, meine Bankdaten, Zahlungsziel und Leistung aufgeführt. Wichtig…behalte deine Buchhaltung im Auge, richtige Nummerierung der Kundennummern und Rechnungsnummern sollten obligatorisch sein.
  8. „Vergraule ich mir zu vielen bezahlten Kooperationen meine Follower?“ Meine Antwort dazu: „Kann sein“, dies hängt natürlich von deinen Usern ab. Ich muss aber auch zugeben, dass es mir als Follower nicht gefällt, auf einem Account nur ausschließlich Werbung zu sehen. Aber ein bisschen Werbung gehört dazu und sichert ja auch viele Blogger-Existenzen. Ich versuche meine Werbung möglichst zu dosieren und nicht täglich bezahlte Fotos hochzuladen, gerade meine Outfit-Posts sind fast nie bezahlt, da ja fast immer von H&M und Zara.
  9. „Muss ich meine Kooperationen steuerlich angeben?“ Unbedingt!!! Steuerverbrechen werden in Deutschland hart bestraft und „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“. Auch die Finanzbeamten werden immer fitter in Sachen Social Media und kommen dir sicher schnell auf die Schliche, denn nichts angeben ist Steuerhinterziehung und auch Geschenke werden als „Geldwertervorteil“ genau wie ein Honorar gewertet.
  10. „Wie läuft das mit ausländischen Firmen?“ Auch hier gilt es steuerlich geltend zu machen, denn vor allem Kooperationen im Rahmen der EU sind auf jeden Fall anzugeben. Bezahlungen laufen hier oft mit Paypal oder normal via Überweisung. Mein Tipp an euch, richtet euch doch ein „Geschäftskonto“ ein, denn so verliert man den Überblick nicht und kann sich auch einfacher etwas zur Seite legen.

 

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Tatjana

16 Comments

  1. Kann ich auch Kooperation, PayPal und Privat Kontos machen wenn ich erst 14 bin? Oder hat das eine bestimmte Altersgrenze? Würdest du mir das empfehlen wenn du wüsstest das mir das spass machen würde? ❤

    • Hallo Jini,um Geld mit deinem Blog und Insta verdienen zu können brauchst du ein Kleingewerbe/Gewerbe und ich glaube da bist du noch zu jung für:-)…aber sicher bin ich mir nicht :-* Lg Tatjana

  2. „auch Geschenke werden als „Geldwertervorteil“ genau wie ein Honorar gewertet“ Und wie gibst du das in dem Fall an bei der Steuererklärung? Rechnest du den Kaufpreis all deiner Gratisartikel zusammen oder nimmst du irgendeine Pauschale? Danke schonmal. 🙂

    • Hallo Alexandra,
      den Einkaufspreis nicht den Verkaufspreis 🙂 genau. Geld wird hier wie ein Honorar gewertet. Aber gehe am besten zum Steuerberater, dann bist du auf der sicheren Seite 🙂 lg Tatjana

  3. Hey Tatjana,

    An sich cooler Post, aber beim Preislichen war ich ein bisschen enttäuscht. Ein „verkauft euch nicht unter Wert“ ist leider nicht sehr aussagekräftig :/

    • Hallo David, leider gibt es da keinen Richtwert und ist ja immer individuell. Außerdem ist es denke ich nachvollziehbar, dass ich meine Summen hier nicht öffentlich preisgebe;-) lg Tatjana

  4. Liebe Tatjana,
    danke für so einen aufschlussreichen Artikel.
    Eine Frage habe ich allerdings noch:
    Heißt das, ich darf auch keine Geschenke von Firmen annehmen, die sie mir ‚zum Testen‘ zuschicken ohne ein Gewerbe zu haben?

    Liebe Grüße,
    Sigrid

    • Hallo Sigrid, am besten fragst du hierzu mal einen Steuerberater. Der kann dir das alles noch mal ganz genau erklären:-) lg Tatjana

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